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Stellplatz-Konzepte
Alles auf einen Blick
Reisemobilfahrer stehen in Deutschland vor einem angenehmen Problem: Lieber ein Stellplatz mit allen Schikanen oder reicht ein einfacher Übernachtungsplatz? Doch selbst wenn diese Entscheidung getroffen ist, bleibt eine Frage offen: Wo finde ich genau das, was ich suche? Bei über 2500 Stellplätzen fällt nicht nur Neueinsteigern der Überblick schwer.

Bad Saulgau - idealer Reisemobilhafen für Thermenbesucher und mobile Kurgäste.

Zur Orientierung bedarf es also einer klaren, nachvollziehbaren Gliederung der Stellplätze. In Diskussionen mit Stellplatzanbietern und Reisemobilisten haben sich drei Kategorien unterschiedlicher Stellplätze herauskristallisiert: Reisemobilhäfen als Premium-Plätze, Wochenend-Stellplätze und einfache Transit-Stellplätze.

Grundsätzlich gilt dabei: Angesichts der sehr heterogenen Zielgruppe der Reisemobiltouristen werden alle drei Stellplatztypen ihre Gäste finden. Für die Durchreise auf der Fahrt in den Urlaub reicht ein ruhig gelegener Übernachtungsplatz für eine Nacht völlig aus, und für den Wochenend-Ausflug in eine kleinere Stadt genügt ein Stellplatz mit Grundausstattung. Wer hingegen einen einwöchigen Wellness-Aufenthalt in einer Therme plant, einen Skiurlaub oder längere Ferien am Meer verbringen will, der freut sich über einen komfortablen Reisemobilhafen, in vielen Fällen sogar über eine persönliche Betreuung der Gäste durch einen Betreiber.

So unterschiedlich wie die Anforderungen an einen Stellplatz sind auch die individuellen Vorlieben. Die gebührenfreien Übernachtungsplätze ziehen vor allem diejenigen Reisemobilisten an, die grundsätzlich keine Stellplatzgebühr bezahlen möchten, ihr Geld stattdessen lieber in Gastronomie oder Einzelhandel ausgeben. Auf besseren, in der Regel dann auch gebührenpflichtigen Stellplätzen finden sich vor allem solche Gäste, die Wert auf größere und oft parzellierte Stellflächen legen, einen modernen Platz mit allen Einrichtungen schätzen und gern auch mal touristische Angebote direkt vor Ort annehmen.

Bad Neustadt a.d.S. - parkähnlicher Reisemobilhafen in den Saaleauen.
Für die Akzeptanz eines Stellplatzes unter den Reisemobilisten spielt die Gebühr allein keine entscheidende Rolle mehr. Es gibt viele Beispiele für Stellplätze ohne oder mit nur geringer Gebühr, die nur wenige Gäste anziehen, andernorts drängen sich Reisemobile auf vergleichsweise teueren Plätzen dicht an dicht. Fazit: Entscheidend ist ein attraktives Preis-Leistungsverhältnis. Bei der Leserwahl zur Gemeinde des Jahres, der beliebtesten reisemobilfreundlichen Gemeinde Deutschlands also, die das Fachblatt promobil durchführte, finden sich auf den ersten zehn Rängen ausnahmslos gebührenpflichtige Stellplätze. Die Übernachtungszahlen der Marketinggemeinschaft TopPlatz bestätigen dieses Ergebnis: Die Reisemobilhäfen mit dem besten Standard und entsprechenden Gebühren registrierten die höchsten Übernachtungszahlen.

So vielfältig wie die Stellplatzlandschaft in Deutschland sind auch die Motivationen für einen Investor, eine Kommune oder eine touristische Region, sich beim Aufbau eines Stellplatzes oder eines Stellplatznetzes zu engagieren. Während bei Kommunen oft das Motiv der klassischen Wirtschaftsförderung im Vordergrund steht, setzen die Betreiber der immer zahlreicher werdenden privat geführten Stellplätze vor allem auf das Geschäftsmodell Reisemobilhafen.

Dank geschickter Anlage und Ausstattung sowie der Vernetzung mit bestehenden touristischen Angeboten können sich diese zumeist auf mindestens 50 Mobile ausgelegten Reisemobilhäfen relativ schnell als lohnende Investition erweisen.

Hann. Münden: Ein Reisemobil-Stellplatz als Teil eines Großparkplatzes.
Bei kommunalen Projekten steht die klassische Wirtschaftsförderung im Vordergrund: Kleinere Orte abseits der großen Touristenströme erschließen sich eine neue Gästegruppe und leisten so einen Beitrag zur Stärkung von Gastronomie und Einzelhandel. Dies geschieht auch bei diesem Modell am wirkungsvollsten durch einen modernen und großzügig dimensionierten Reisemobilhafen in attraktiver Lage. Wichtigster Unterschied: Die Übernachtungsgebühr fällt hier oft geringer aus.

Dritte Variante: Stark besuchte Urlaubsorte können als kanalisierende Maßnahme verkehrsgünstig gelegene Übernachtungsflächen für Reisemobile ausweisen. Diese sollten geeignet sein, große und schwere Reisemobile von überlasteten oder ökologisch sensiblen Bereichen fernzuhalten und helfen so, Konflikte zwischen Gästen, Anwohnern und Umweltschützern zu vermeiden: In diesem Fall ist auch eine einfachere Ausstattung ausreichend, die aber Ent- und Versorgungseinrichtungen einschließen sollte.

Schwerin: Einfacher Großparkplatz für Pkw und Reisemobile.
Je nach Motivation und Umfeld (Dorf, Kleinstadt, Metropole) ergeben sich extrem unterschiedliche Anforderungen an ein Erfolg versprechendes Stellplatz-Modell. Sechs Anforderungen aber müssen alle Stellplätze genügen:

  • Basis für den Erfolg eines Stellplatzes ist seine zentrale Lage zur Innenstadt und/oder die Anbindung an die touristischen Attraktionen (Freizeitpark, Hafen, Marina, Therme, Weingut).

  • Ebenso wichtig ist die leichte Erreichbarkeit des Stellplatzes von den Fernstraßen, eine lückenlose Ausweisung im Verkehrsleitsystem ist Pflicht.

  • Die Umgebung sollte eine ungestörte Nachtruhe gewährleisten. Ein Stellplatz in Nachbarschaft von Bahnlinie, Disco oder Schnellstraße kann sich bestenfalls als Transitplatz für eine Zwischenübernachtung positionieren.

  • Angesichts des immer dichter werdenden Stellplatznetzes in Deutschland reicht das Ausweisen eines Platzes allein nicht mehr aus, um seinen Erfolg zu garantieren. Kommune oder Investor sollten ihren Stellplatz nicht als Sonderform eines Parkplatzes begreifen, sondern als eigenständiges touristisches Angebot ? bis hin zur Vernetzung mit den touristischen Angeboten von Ort und Umgebung.

  • Der Stellplatz muss also entsprechend sauber und gepflegt sein, seine Umgebung einladend, freundlich und sicher.

  • Bei der Beschaffenheit des Platzes ist auf einen ebenen und festen Untergrund zu achten. Im Unterschied zu Wohnwagen lässt sich bei Reisemobilen ein starkes Gefälle durch Keile nicht immer vollständig ausgleichen. Für die Befestigung des Untergrunds gibt es eine Vielzahl von Lösungen: Asphalt, Pflaster, Rasengittersteine, Rasenschotter, Schotter, Kunststoffgitter mit Rasenanteil.

    Beispiele für alle drei Stellplatz-Kategorien sind in den folgenden Kapiteln näher beschrieben.